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Abklärung - Therapie

Die Anmeldung zu einer Psychomotorischen Therapie wird durch eine Fachperson (Kindergärtnerin, Lehrperson, Schulpsychologe, Arzt) empfohlen oder von den Eltern gewünscht.  Der Entscheid für eine Psychomotorische Therapie wird in der Regel am schulischen Standortgespräch (SSG), im Einverständnis der Eltern und der Schulleitung getroffen. Zu Beginn der Psychomotorischen Therapie erfolgt eine detaillierte Abklärung. Der Schulpsychologische Dienst kann auch unabhängig vom SSG zur psychomotorischen Abklärung anmelden.
Das Anmeldeformular erhalten Sie in Ihrem Schulsekretariat.

Psychomotorische Abklärung 

Inhalt des Abklärungsverfahrens

  • Eingangs- und Auswertungsgespräch mit den Eltern
  • freie Spielbeobachtung
  • grob-, fein- und grafomotorische Testaufgaben (standardisierte Testverfahren und gezielte Beobachtungsaufgaben)
  • ev. Rücksprache mit anderen Bezugspersonen

Ziel der Abklärung

  • In erster Linie geht es darum, zu prüfen, ob eine Psychomotorische Therapie angezeigt ist oder nicht. Dazu werden die Ergebnisse aus dem Anmeldungsbericht, dem Protokoll des Schulischen Standortgesprächs und dem eigentlichen Abklärungsverfahren zusammengetragen.
  • Die Psychomotoriktherapeutin erfasst den Entwicklungsstand, Verhaltensmuster, Stärken und Problembereiche. Sie verschafft sich ein Gesamtbild über den Leidensdruck des Kindes und seines Umfeldes und entscheidet dann, ob sie eine Psychomotorische Therapie durchführen oder eine andere Massnahme empfehlen würde. 
  • Die Abklärung kann durch ihren förderdiagnostischen Ansatz bereits erste individuelle, therapeutische Interventionen realisieren und die dialogische Basis für eine vertrauensvollen Beziehung zu Kind und Eltern legen.

 

Spezifische Abklärung

Klärung der Handdominanz

Wenn unklar ist, ob ein Kind  links- oder rechshändig ist, kann die Therapeutin mit Hilfe eines Hand-Dominanz-Tests (HDT) die Leistungsunterschiede  zwischen der rechten und linken Hand eines Kindes feststellen. Die Testaufgaben sind mehrheitlich nicht standardisiert und werden von den Therapeutinnen individuell zusammengestellt.
Eine Empfehlung zum HDT kann durch die Lehrperson, den Arzt oder den schulpsychologischen Dienst erfolgen.

Psychomotorische Therapie

Wird eine Psychomotorische Therapie eingeleitet, findet sie einmal wöchentlich einzeln oder in Kleingruppen statt und dauert in der Regel ca. zwei Jahre. Gespräche mit Eltern und anderen Bezugspersonen unterstützen den Therapieverlauf.

Auf der Basis einer vertrauensvollen Beziehung kann das Kind in einem geschützten Rahmen seinen Handlungsspielraum erweitern. Ausgangspunkt sind die Ressourcen des Kindes. Deren Erschliessung setzt Selbstheilungskräfte frei, welche sich auf die Entwicklung von Selbstakzeptanz, Selbstbewusstsein, Autonomie  und den Selbstwert auswirken.

  • Über spielerische Bewegungen des ganzen Körpers (Grobmotorik) übt und vertieft das Kind seine Körperwahrnehmung und findet seinen persönlichen Bewegungsausdruck
  • In der Auseinandersetzung mit Material (Ton, Stifte, Malfarbe, Bastelmaterial..) werden feinmotorische Fertigkeiten geübt. Für die Förderung der Grafomotorik (Schreibbewegung) werden gezielte Hilfestellungen eingesetzt.
  • Mittels Bewegung, Spiel und gestalterischen Elementen erfährt sich das Kind in seinen Entwicklungsthemen, seinen  Möglichkeiten und Grenzen. Dabei kann dieses Erleben als Teil seiner Persönlichkeit integriert werden.
  • Die Beziehung zur Therapeutin und zu „Gruppengschpänli“ ermöglicht eine Erweiterung sozialer Kompetenzen.


Psychomotorische Therapie in der Turnhalle 

Seit dem Schuljahr 04/05 führt die PMT Stelle am Mittwochnachmittag psychomotorische Doppelstunden in der Turnhalle durch. Dieses Angebot richtet sich vor allem an jüngere Kinder (Kindergarten und 1. Klasse), die über wenig Bewegungserfahrung verfügen. Meist werden in Form von mehreren Posten Angebote für die verschiedenen motorischen Bereiche wie: Wahrnehmung, Raumorientierung, Gleichgewicht, Koordination, Rotation Muskeltonusaufbau, Kraftentwicklung und Rhythmus aufgebaut.

Hier können Kinder innerhalb einer gegebenen Rahmenstruktur experimentieren und vielfältige Erfahrungen in folgenden Bereichen sammeln:

  • Motorik – Grob- und Feinmotorik, das Bewegungsrepertoire erweitert sich
  • Wahrnehmung – Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien, Orientierung im Körper und im Raum, Muskeltonusregulation, Gleichgewicht
  • Emotionalität – Wünsche, Bedürfnisse äussern und umsetzen, Mut und Selbstvertrauen gewinnen, Selbsteinschätzung üben
  • Selbständigkeit – Eigenaktivität wird durch das Angebot angeregt
  • Kognition – Kinder lernen am meisten von anderen Kindern / „Lernen am Modell“
  • Sozialisation – Da die Kinder zum Teil beim Aufbau, sicher aber beim Verräumen der Materialien und Geräte mithelfen, üben sie sich nebst den motorischen Kompetenzen auch in der Handlungs- und der Sozialkompetenz.

Vorteile des Turnhallenangebotes liegen in der Grösse des Raumes, der Verfügbarkeit von (grossen) Geräten und in der Möglichkeit die Kinder von zwei Therapeutinnen begleiten zu lassen. Nicht gefördert wird die Grafomotorik im Speziellen.

Die Kosten werden von den Schulgemeinden oder dem Schulzweckverband übernommen.

 
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